pieces of amplification

Musik für Gehörschutz, ein Mischpult und großdimensionierte PA

Eine elektroakustische Verstärkerung hilft uns in der Regel das zu hören, was sonst zu leise wäre. Sei es zum Musikhören, für ein Telefonat oder für einen Sprecher vor größerem Publikum.
Der Verstärker hilft uns also, uns über unsere Hörschwelle hinweg zu setzen.

Unser Gehör kennt aber neben der Grenze des „zu leise“ auch die Grenze des „zu laut“. Genau um diese Grenze soll es gehen.

In der Natur gibt es kaum einen Klang der so laut ist, dass wir uns vor ihm schützen müssten. Es ist der Mensch, der sich selbst an diese körperliche Grenze bringt.

Diese Grenze steht damit gleichzeitig für die über unseren Körper weit hinausreichende Beherrschung unserer Umwelt vermittels Techniken, wie aber auch unsere eigene Verletzlichkeit.

Die Pieces of Amplifictaion verstehe ich demnach als einen Versuch einer Darstellung Mensch gemachter Nicht-Menschlichkeit.

Das Instrument, für das ich komponiert habe, ist wie der Titel es verspricht ein elektroakustischer Verstärker.
Er ist Teil eines Mischpults, dessen einziger Input der eigene Output ist.

Das am Input liegende Signal wird verstärkt und an den Output geschickt, von dort wird es zum Input geführt, wo es erneut verstärkt wird und wiederum zum Output geschickt wird; ein geschlossener Kreis der zunehmend in Schwingung gerät. Es entsteht ein Feedback, wodurch die Komponenten des Mischpults stark belastet bis überlastet werden. Man könnte sagen, es antizipiert unsere Grenzerfahrung.